Ode an die Freundschaft

Liebe Leserschaft, 

nachfolgend: einer der schmalzigsten Texte, die ich je verfasst habe. Doch wahre Worte müssen gesagt werden. Nächstes Mal mach ich euch dann wieder fertig, also pscht und die Lauscherchen gespitzt für eine Ode an die Freundschaft. 


Du magst Pop, ich mag Techno. Du bist ehrgeizig, ich mache nur das Nötigste. Du studierst Mathe, ich studiere Bitches – kleiner Spaß. 

Auf den ersten Blick haben wir zwei wirklich nicht viel gemeinsam. Umso erstaunlicher ist es, dass wir uns wie vom Schicksal getroffen eines Morgens, vor dem Mathegebäude zu einem der ätzendsten Kurse, die ich je besucht habe, getroffen haben. Hätte mir damals jemand gesagt, dass wir mittlerweile über zwei Jahre befreundet sein würden, hätte ich wahrscheinlich mit dem Kopf geschüttelt. Du bist das komplette Gegenteil von mir. Witzig, aufgeschlossen und ständig mit der Leichtigkeit einer Ballerina unterwegs. Was jetzt erst mal wie eine reine Lobpreisung klingt, ist in Wahrheit eine Bewunderung deiner Person. 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir durch ein magisches Band irgendwie verbunden sind. Denken dasselbe und sagen dasselbe. Und das, obwohl wir uns doch so selten sehen. Viel zu selten. Die Uni verlangt dir einiges ab und da ich mich dem Leben eines Workaholic mit mangelndem Zeitmanagement verschrieben habe, fehlt uns beiden die Zeit. Und das fehlt mir. Vor allem der einstündige Wochentalk mit einem fünf Sterne Essen der Mensa. Liebe, Leid und der ungemein anwesenden Unistress lassen sich doch wesentlich besser bewältigen, wenn man mit der Squad des Vertrauens sich über die banalsten Dinge lustig macht. 

Bis auf unsere Herkunft, die wir zufälligerweise gemein haben, war mir zunächst nicht ganz klar, was uns beide verbindet. Um ehrlich zu sein, das ist es mir bis heute nicht. Vielleicht ist es deine unbekümmerte Art, die du an dir hast, wenn du nicht gerade vor Klausuren oder möglichen Beziehungen stehst, vielleicht ist es auch dein Witz und dein Charme, mit dem du wirklich jeden um den Finger wickeln kannst. Alles an dir strahlt Leichtigkeit und Freude aus. Dein Leben scheint sich mit der dreifachen Geschwindigkeit im Gegensatz zu dem meinen bewegen. Habe ich zwei Wochen keinen Kontakt zu dir, scheint es, als hättest du in der Zwischenzeit zwei Biographien geschrieben. Es ist schwer Schritt zu halten. Je näher ich darüber nachdenke, desto mehr stelle ich fest, dass ich dich eigentlich gar nicht so richtig kenne. Und dennoch habe ich das erste Mal das Gefühl angekommen zu sein und euch nichts vorspielen zu müssen. Ich kann sein, wer ich bin. Mit all meinen Schwierigkeiten und Mankos. Und genau dasselbe gilt für dich. Ich habe keine Sorge darum etwas verpassen zu müssen und selbst wenn wir es zwei Monate lang nicht schaffen uns zu sehen, ist dennoch alles wieder wie am ersten Tag. Dies ist ein großes Danke an die besten Mädels, die ich habe und an all die schwierigen (Männer-)Geschichten, die ich mit euch durchgestanden habe. Für jeden, der den gewohnten Stil erwartet hat, muss sich bis zur nächsten Ausgabe gedulden, und wie Yassin so schön sagte: Fick das Ende – ich fange gerade erst an!