Don't work with assholes

Unsozial, unkollegial und gezeichnet vom Hochmut, taumelt der arrogante Kollege, Freund und Mitmensch durch die Hemisphäre. Gezeichnet von den Partys, den Drogen und dem Exzess versucht der jämmerliche kleine Egozentriker sein Leben nach der eigenen Vorstellung von Perfektion auszurichten. Er ist sein eigenes geozentrisches Weltbild. Alles umkreist ihn, alles bewundert ihn. Kragen hoch, Nase hoch, breites Grinsen. Zuerst everybody’s Darling, dann der unverwundbare Narzisst. Er ist der Herr seiner Lage – denkt er, doch das einzige, dass er nicht merkt ist, dass er mit seinem ganzen Egogewichse und seiner vermeintlichen Unfehlbarkeit alle maßlos in den Wahnsinn treibt. Ein jämmerliches Abbild eines jungen Menschen, der sein Leben nicht mehr glücklich wird. 

Jung, Mitte zwanzig und Jurastudent: mein Schubladendenken meldet sich. Aber nein, man möchte ja niemanden verurteilen. Ich bin entspannt, ein bisschen Smalltalk kann nie schaden. Ich lasse mich auf ein nettes Gespräch ein. Doch jedes einzelne Wort, dass aus dem Mund meines Gegenübers kommt, macht mich wütend, richtig wütend. Der Schlüsselsatz seiner gesamten Persönlichkeit wird mir mit voller Breitseite um die Ohren geschlagen:
„Weißt du: Es fällt mir schwer mich Menschen zu untergeben mit denen ich normalerweise nicht mal reden würde.“
Wow. Ein Satz mit wesentlich mehr Aussagekraft als man zunächst vermuten möchte. Es scheint wie ein Muster zu sein, das er verfolgt. Schwächen eingestehen ja, aber nur als Konsequenz der Unfähigkeit der anderen oder der äußeren Umstände. Als wäre jede Antwort minutiös geplant, lehnt er sich nach jedem Satz leicht nach hinten und grinst triumphierend in sich hinein. Er denkt, er sei unverwundbar, undurchschaubar und der King Currywurst seines Universums. Der Raum gehört nur ihm, alle lieben ihn, er ist der Mittelpunkt des Universums, um den sich alle kreisen. Als würde er in einer Parallelwelt leben, scheint er regelrecht abwesend. Mir wird beim Anblick dieser Großkotzigkeit regelrecht schlecht. Ein Wesen, das fernab der Realität und jeglichen moralischen Werte und Normen seinen Platz in der Gesellschaft zu finden versucht, scheitert an den kleinsten zwischenmenschlichen Interaktionen. Und jetzt haben wir den Moment erreicht, in dem meine anfängliche Wut so einen Menschen in meinem direkten Umfeld dulden zu müssen, der respektlos gegenüber meinen Freunden und Kollegen ist, der sich seiner Fehler nie bewusst ist, in pure Verachtung umschlägt. 

Ich beende das Gespräch, ohne ein Wort zu sagen. Drehe mich um und gehe. Nicht eine Sekunde länger halte ich die Anwesenheit eines Menschen aus, der sich wie ein Parasit an der eigenen Lebensenergie bedient. Arschlöcher gibt es immer. Es bringt nichts, zu diskutieren oder mit Logik zu argumentieren. Was für dich und mich total klar ist, ist für ihn wirres Gefasel über eine Realität, die nicht seine ist. 
Aber hey, Idioten gibt es überall. Also wozu lange traurig sein über etwas, dass man eh nicht ändern kann.

Also Leute: seid auf der Hut. Schaltet die Ohren auf Durchzug, seid mental auf dem inneren Entspannungslevel des Dalai Lamas und gebt einen Fick auf Leute, die euch nicht guttun. Denn wie Donnie O’Sullivan 2014 schon sagte: Don’t work with assholes.

Janna Meyer